Mein Backupkonzept – Teil 2

Mein Backupkonzept – Teil 2

Eingetragen bei: Software | 0

Zu meinem letzten Artikel zum Thema Backups werde ich dieses mal noch einige Erläuterungen ergänzen. Zunächst einmal zu den Festplatten. Ich habe ja zwei Festplatten per USB an meinem Rechner angeschlossen. Eine, für die täglichen Backups, die immer aktiv ist. Diese Platte sollte leise und stromsparend sein. Ich habe mich daher für eine 2,5 Zoll Canvio Basics von Toshiba mit 1TB entschieden. Sie ist schön klein braucht kein Netzteil zur Stromversorgung und ist angenehm leise. Ich habe sie einfach auf meinen PC gelegt.

Die zweite Platte ist für wöchentliche Backups und daher nur wenige Stunden am Wochenende eingeschaltet. Lautstärke war hier nicht so wichtig. Dafür sollte die Platte über einen Schalter zum Ein- und Ausschalten verfügen. Wie wichtig es ist eine Backupfestplatte nicht ständig mit dem Computer verbunden zu haben zeigen aktuell wieder die diversen Krypto-Trojaner, die angeschlossene externe Laufwerke und sogar Netzwerkspeicher verschlüsseln. Ich nutze hier ein Sharkoon Rapid Case mit einer 1TB Festplatte von Western Digital.

Wie im letzten Artikel beschrieben sichere sonntags ein Vollbackup auf die Tagesplatte und erstelle dann an den restlichen Tagen der Woche ein differenzielles Backup. So sammelt sich bei den täglichen Backups eine beachtliche Datenmenge an: Jede Woche am Sonntag ein Vollbackup, dann 6 tägliche differenzielle Backups.

Damit der Platzbedarf nicht überhand nimmt, wird in regelmäßigen Abständen mittels der Funktion „Sicherungsaufbewahrung“ im Novabackup aufgeräumt. Ich lasse alle täglichen Backups, die älter als einen Monat sind, löschen. Die wöchentlichen Backups bewahre ich länger auf und lösche sie von Hand, wenn der Platz knapp wird. Die entsprechenden Einstellung im Novabackup für das Löschen nimmt man folgendermaßen vor:

Im Bereich „Planung“ wählt man den Punkt „Sicherungsaufbewahrung …“

Sicherungsaufbewahrung konfigurieren - Basis

Im Reiter „Basis“ wählt man ob die zu löschenden Sicherungen nach Alter oder nach Anzahl der Sicherungen oder beidem selektiert werden sollen. Ich lasse alle Sicherungen, die älter als 6 Wochen sind löschen.

Sicherungsaufbewahrung konfigurieren - Erweitert

Im nächsten Reiter „Erweitert“ aktiviert man die Checkbox bei „Nur Zuwachs- und differenzielle Sicherungen löschen“, damit die Vollsicherungen erhalten bleiben und nur die differenziellen Sicherungen gelöscht werden.

Nun kann man den Job speichern. Um ihn wöchentlich ausführen zu lassen, muss man einen neuen Auftrag anlegen. Dazu wählt man ebenfalls im Bereich „Planung“ den Punkt „Hinzufügen“ aus.

Planungsoptionen

Bei Auftragsname wählt man den zuvor gespeicherten Job aus. Danach kann man dann Zeitplanung vornehmen und den Auftrag speichern.

 

Zusätzlich zu den täglichen Backups erstelle ich auf der ansonsten ausgeschalteten Festplatte immer sonntags noch ein weiteres Backup. Hierzu nutze ich wieder Novabackup. Da ich mich aber deutlich wohler fühle, wenn ich auch ein Backup habe, das nicht in einem proprietären Container steckt, spiegele ich mit Robocopy noch alle Daten auf die gleiche Festplatte. Das Robocopy Skript wird von Novabackup am Ende Sicherung angestoßen.

Normalerweise wäre es das gewesen. Aber ich bin etwas paranoid seit ich begonnen habe meine Dokumente im Zuge des sogenannten papierlosen Büros (dazu in ein paar Wochen mehr) nur noch digital aufzubewahren. Was ist, wenn ich erst in einem Jahr merke, dass mir ein Dokument abhanden gekommen ist? Oder ich merke es erst in 5 Jahren? Dann habe ich vielleicht keines meiner alten Backups mehr. Die sollen ja eher vor Datenverlust durch Hardwaredefekt, Diebstahl oder Brand schützen.

Deshalb habe ich mich entschlossen die wichtigsten Daten nochmal speziell zu archivieren. Und zwar unendlich lange (also so lange bis ich wieder was anderes mit meinen Daten mache 😉 ) Dazu sind zwei Dinge wichtig:

  1. Welche Daten sind wirklich wichtig? Man könnte natürlich einfach alles sichern aber das wird unverhältnismäßig Platz benötigen und Geld kosten. Auch wenn heutzutage Speicher vergleichsweise billig ist. Welche Daten das sind muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich sichere zum Beispiel nicht meine mp3 Sammlung so extrem. In Zeiten von Spotify und Co. frage ich mich sowieso wie lange ich noch mp3 von meiner Festplatte hören werde. Meine Fotos und Dokumente, wie Versicherungsverträge und Bankunterlagen, will ich jedoch auf keinen Fall verlieren.
  2. Eine Halbwegs sinnvolle Ablagestruktur. Ich werde da genauer darauf eingehen wie ich meine Ablage eingerichtet habe wenn ich über das papierlose Büro schreibe. Nur so viel: wenn es eine gute Struktur gibt, die auch einige Zeit bestand hat, lassen sich im Fall der Fälle leichter die Dokumente auftreiben, die man sucht. Diese Erkenntnis ist nicht gerade eine große Überraschung.

Mit HardlinkBackup von Thomas Wolf lassen sich auf genial einfache Weise sehr viele Backups anlegen, die trotzdem relativ wenig Platz benötigen. Dafür werden sogenannte Hardlinks verwendet. Ich will das Prinzip kurz erläutern, wer es genauer wissen will kann es auf der Website von HardlinkBackup nachlesen.

Nehmen wir an wir wollen nur 2 Dateien sichern. File-A und File-B. Die beiden Dateien seien zu Beginn jeweils 1 MB groß. Sichere ich die beiden Dateien jeden Tag in einen neuen Ordner benötige ich dafür pro Woche 14 MB. Dabei ist es egal ob sich eine der Dateien auch geändert hat oder auch nicht. Jeden Tag wird eine weitere Kopie jeder Datei angelegt, die 1MB Platz belegt. Wenn wir jedoch Hardlinks verwenden, sieht die Sache anders aus.

Ein Hardlink ist nur ein Verweis auf eine Datei. Sichere ich am 2. Tag also wieder meine beiden Dateien und haben die sich seit der letzten Sicherung nicht verändert, kann ich auch einen Hardlink aus dem Verzeichnis mit heutigen Datum auf die Dateien von gestern machen. Wenn man im Explorer durch die Verzeichnisse schaut sieht man keinen Unterschied ob da nun eine Datei liegt oder nur ein Hardlink auf eine Datei zeigt. Es wird auf der Festplatte aber nur einmal Platz benötigt. So kann man jeden Tag ein Vollbackup anlegen, benötigt aber nur für die Daten Platz, die sich geändert haben.

Löscht man eine Datei wird sie erst dann wirklich von der Festplatte gelöscht, wenn kein Hardlink mehr auf die Datei zeigt.

Die kostenlose Community Lizenz von HardlinkBackup reicht für meine Zwecke vollkommen aus. Zuerst legt man einen neuen Job an. Das geht mit wenigen Mausklicks. Erst wählt man einen Namen für das Backup, dann wählt man Quelle und Ziel. Wenn man keine Besonderheiten braucht, ist man auch schon fertig. Denn die Standardeinstellungen passen eigentlich schon für die meisten Fälle. Den neuen Job speichert man an einem beliebigen Ort.

Einstellungen Hardlinkbackup

Ausgeführt wird der Job jede Woche nachdem das Robocopyskript fertig ist. Ich habe dazu einfach eine weitere Zeile in die bat Datei, in der das Robocopyskript ist, hinzugefügt:

„C:\Program Files\Lupinho.Net\HardlinkBackup\HardlinkBackup.exe“ -execute „D:\Backupscripts\Mein Backup.hbd“

Hinterlasse einen Kommentar